Blindenfreunde.
Jeder Augenblick zählt
Kopfbild – Frau umarmt Mann
Meilensteine einer Vereinsgeschichte
Im Jahr 1860 wurde in Berlin der Moon‘sche Blindenverein ins Leben gerufen. Er gehört zu den ältesten privaten Fürsorgevereinen in Deutschland und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Im Folgenden finden Sie unsere wichtigsten Meilensteine.

1860

Der Moon’sche Blindenverein, heute die Gemeinschaft Deutscher Blindenfreunde, wird gegründet.

1861

Kronprinz Friedrich-Wilhelm (später Kaiser Friedrich III.) übernimmt das Protektorat über die Korporation.

1862

Der Grundstock zu einer Blindenschrift-Bücherei wird gelegt.

1892

Durch den Erwerb einer Immobilie (2 Gebäude) in der Cuvrystraße 33 in Berlin werden die ersten 36 vereinseigenen Blindenwohnungen geschaffen.

1913

Der Verein weiht sein Blindenwohnheim Seestraße 49 in Berlin Wedding ein.

1924

Im Rahmen der Einstellung des 100. Blinden bei Siemens unter Beteiligung des Moon’schen Blindenvereins erschien der Sonderdruck „Wiederertüchtigung schwerbeschädigter Kriegsteilnehmer im Kleinbauwerk der Siemens-Schuckertwerke (Arbeitstherapie)“.

1927

Das Erholungsheim Waldemar-Stein-Haus in Töpchin bei Mittenwalde (heute Landkreis Dahme-Spreewald) wird eröffnet.

1933

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten bringt für die GDB einschneidende Veränderungen mit sich. Ihr Weiterbestehen ist von der „Gleichschaltung“ des Vorstands im Sinne der NS-Ideologie abhängig. Die Satzung wird geändert, Juden aus dem Verein ausgeschlossen.

1935

Am 13. August 1935 feierte der Moon’sche Blindenverein von 1860 sein 75-jähriges Jubiläum.

1951

Die Korporation beginnt mit einer besonderen Förderung der Blinden im Berliner Ostsektor und in den russischen Besatzungsgebieten.

1953

Mit der Gründung der BLI Gold Versehrten-Arbeit GmbH ruft die GDB ein Unternehmen ins Leben, das Blindenwaren, Blindenhilfsmittel und Blindenpunktschriftliteratur herstellt.

1955

Am 01. Januar 1955 erscheint die erste Ausgabe von „Das Beste aus Reader‘s Digest“ in Brailleschrift, nachdem der Verein die Lizenz dafür erworben hat. Das Werk wird zur bedeutendsten Zeitschrift für Blinde des deutschen Sprachgebietes.

1970

Der Verein kauft in Berlin-Kladow eine Villa mit dazu gehörigem Grundstück (6.300 qm), um sie in ein Erholungsheim umzubauen.

1972

Der kostenlose GDB-Rechtsberater „Der Blinde im geltenden Recht“ erscheint erstmalig in einer Auflage von ca. 8.500 Stück.

1973

Im Mai werden 4 Reihenhäuser in Morsum auf Sylt zur Nutzung als Erholungsheime gekauft.

1979

Das Erholungsangebot wird durch 5 Eigentumswohnungen in Hahnenklee (Ortsteil Bockswiese) ergänzt, die im November erstanden werden.

2007

Am 06. Dezember startet das erste GDB-Blindenmobil in Berlin zu seiner Jungfernfahrt und begründet damit den deutschlandweit ersten kostenlosen Blindenfahrdienst.

2008

Im August wird das Blindenmobil in Köln eingeführt.

2009

Das Erholungsheim in Berlin-Kladow steht nach umfassender, fast einjähriger Sanierung wieder für Gäste offen.

2010

Am 28. Januar 2010 erhält Hannover sein erstes eigenes Blindenmobil.

2011

Am 29. Juni startet das erste Blindenmobil in Hamburg. Wenige Monate später, am 14. November, wird ein weiteres Blindenmobil im Rhein-Main-Gebiet eingesetzt.

2014

Am 12.11.2014 tritt das erste Blindenmobil im Raum Stuttgart seine Jungfernfahrt an.

Blindenfreunde-Dokumentation

Zum Gedenken an die vielen Helfer und Akteure der letzten 150 Jahre und als Dokumentation für die Nachwelt erschien am 10. September 2010 eine 88 Seiten starke Festschrift. Die kurzweilig geschriebene und spannend bebilderte Broschüre enthält Wissenswertes zur Historie des Vereins und spiegelt seine Tätigkeit im Wandel der Zeit wider. Sie kann von Interessenten und Förderern für 11,90 € inkl. Porto und Verpackung bestellt werden. Entweder per Post, per Telefon: (0 30) 8 23 43 28 (Montag bis Donnerstag von 9.00 Uhr bis 15.30 Uhr) oder über unser Kontaktformular.

Blindenfreunde Dokumentation